43 Von Margarita zu den ABC-Inseln
 

Nach einem unspektakulären Flug landen wir gegen 18.oo Uhr Ortszeit. Es windet und als wir das Flughafengebäude verlassen schlägt uns feuchte Luft entgegen. Wir finden die Genesis unversehrt und gar nicht mal so sehr "rot" eingestaubt vor. Wolfgang kümmert sich noch um Strom und dann geht's auch gleich in die Koje. Die muss ich vorher allerdings noch herrichten.

Es ist gar nicht so einfach die vielen mitgebrachten Sachen zu verstauen und unser zu Hause wieder seetüchtig zu machen. Aber nach 2 Tagen liegen wir wieder im Wasser und nach einer Übernachtung am Steg sind wir bereit für die Fahrt nach Porlamar. Nach ca. 3 Seemeilen werden wir von Martine von der Marina del Caribe über Funk zurück gepfiffen. Wir sind ohne unsere Papiere losgefahren. Martine erwartet uns am Steg und übergibt Wolfgang der vorne am Bug steht den Umschlag mit den Papieren, so dass wir nicht mehr anlegen und festmachen müssen. In Porlamar ist alles beim Alten: Es rollt, so dass ich wie schon letztes Jahr vor Anker liegend fast seekrank werde; man trifft die üblichen Verdächtigen; die berühmt berüchtigte Happy Hour allabendlich in der Rum bar.

Abwechslung bringen neue Bekannte: Moni und Jürgen von der Antares, ein deutsches Paar, mit denen wir ein paar nette Abende verbringen. Maria und Michael vom Katamaran Shalimardue, schon wieder nette Österreicher und Bekannte von Waltraud und Viktor von dem Katamaran Salina Due. Axel und Angelika von der Casandra, die erst seit kurzem zur Seglergemeinde gehören und spektakulär innerhalb der Hurrkansaison von Tortula im Norden des Inselbogens nach Venezuela gesegelt sind. Rudi und Urslua von der Hydra, ein Schweizer Paar, die wie wir auf dem Weg nach Kolumbien sind.

Überrascht waren wir auch, als wir eines Nachmittags einen kleinen Hund in unserem Dinghy entdecken. Wir liegen mitten in der Bucht ca. 1 km vom Land entfernt und das Dinghy ist am Heck der Genesis festgemacht. Wo kommt der den her?? Über einen Rundruf am Funkgerät erfahren wir, wem der Hund gehört und Wolfgang bringt ihn zurück. Der kleine Kerl ist von seinem Herrchen an Land zurück gelassen worden, damit er sich austoben kann. Scheinbar hat ihm der Auslauf zu lange gedauert und er hat sich auf den Weg gemacht um auf sein Schiff zurück zu schwimmen. Wahrscheinlich konnte er es nicht finden und hat sich deshalb entschlossen sich in unserem Dinghy auszuruhen.

Am 10.11. feiern wir Stanek's Geburtstag auf der Alesandra von Paul, einem ca. 60 Fuß großen Schoner, der im Film "Fluch der Karibik" zu sehen ist. Brad Pit war also Gast auf demselben Schiff wie wir.

Es gibt aber auch noch viel zu tun, ehe wir weiter können. Wolfgang montiert den neuen Laderegler an die Lichtmaschine. Super Sache. Er bringt doppelt so viel Ladestrom, so dass die Batterien in der Hälfte der Zeit voll geladen sind. Außerdem baut er den Dieselfilter so um, dass er von Außen besser zugänglich ist und damit besser gereinigt werden kann. Wir kaufen noch 5 Kanister, um den Dieselkapazität auf insgesamt 400 L aufstocken. Wir tanken ca. 260 L für 18,00 €. Ich mache einige Experimente mit unserem neuen Vakuumiergerät und vakuumiere selbst gemachte Frikadellen, geriebenen Parmesan, Seranoschinken, Salami, Karotten und Lauch.

So langsam denken wir ans Aufbrechen. Leider ist mein Stofftiermaskottchen, der Orka noch nicht bei Juan angekommen. Wir vereinbaren mit Moni und Jürgen, dass sie sich kümmern, wenn er bis zu unserer Abreise noch nicht da sein sollte. Jürgen fliegt Anfang Dezember nach Deutschland und würde ihn dann einfach wieder mit zurück nehmen.

Aber unser Abschied verzögert sich. Ich bekomme hohes Fieber und habe Gallenschmerzen. Eine eingehende Untersuchung in einer Klinik in Porlamar ergibt nichts Besorgniserregendes trotzdem wollen wir die Entwicklung noch ein paar Tage beobachten, da wir längere Zeit in einem Gebiet unterwegs sein werden, in dem die medizinische Versorgung sicher nicht optimal ist. Als wir dann endlich startklar sind, machen uns die Behörden noch einen Strich durch die Rechnung. Es dauert noch 3 Tage ehe wir uns von Juan und Pedro für wahrscheinlich immer verabschieden können, da die Behörden unsere Papiere nicht fertig machen.

Am 27.11.08 segeln wir unter Genaker (Großes blau-grünes Leichtwindsegel) nach Cubagua. Jetzt, wo wir einen Bergeschlauch für dieses Monstrum haben, ist das Setzen und Bergen des Segels viel einfacher und es wird daher viel öfter zum Einsatz kommen als bisher. Mit uns ist die HYDRA nebst Crew - Rudi und Ursula - auf dem Weg. Wir freuen uns auf die Los Rouques und auf William, den wir auf unserem Venezuela - Landausflug kennen gelernt haben. Wir sind seit ein paar Tagen in SMS-Kontakt und er versucht uns am kommenden Wochenende dort zu treffen.

Auf der Fahrt nach Cubagua fühle ich mich wiederum nicht gut. Ich bekomme wieder Fieber und eine Blasenendzündung. Was nun? Umkehren oder Antibiotikum? Ich entschließe mich für letzteres, schließlich fahren wir das Zeug seit 2 Jahren spazieren und es wird dadurch auch nicht besser. Nein, Spaß bei Seite. Umkehren will ich nicht mehr - wir sind schon reichlich spät dran - also beiße ich in den sauren Apfel und schlucke die Teile 5 Tage lang strikt nach Beipackzettel und es hilft.


Auf Cubagua erhalten wir von William eine E-Mail, dass er keinen Flug auf die Los Roques bekommen kann und wir uns leider nicht treffen werden. Schade eigentlich, aber jetzt haben wir keinen Zeitdruck mehr und ich kann mich auskurieren.

Nach Tortuga müssen wir leider Motoren - Null Wind aus allen Richtungen. Unangenehm! Wenn ich wählen könnte würde ich lieber 10 Stunden segeln, als 5 Stunden Motoren, aber ich kann nicht wählen! Wir werden allerdings durch den Fang eines großen Wahoo, der uns 3 Malzeiten beschert entschädigt. Die Hydra erreicht den Ankerplatz nach uns, da die beiden unter Spinnaker (großes ballonartiges Vorsegel speziell für Vorwindkurse), sehr langsam vorangekommen sind. Sogleich kommt Rudi mit seinem Dinghy angbraust zeigt uns stolz seinen großen Wahoo, den er gefangen hat und lädt uns zum Abendessen ein. Das Timing ist nicht so gut. Jetzt gibt es auf beiden Schiffen 3 Tage lang WAHOO!


Da der Ankerplatz recht unruhig ist (Schwell aus Nord) verlegen wir am nächsten Tag in die CAYO Heruda. Ein kurzer 12 Semmeilen Trip unter Genua mit hoher Seitenwelle. Bei den Fischern in der Bucht tauschen wir eine kleine Flasche Rum gegen eine Languste, die mit frisch gebackenem Brot ein leckeres Abendessen gibt.

Wir gehen 0.00 Uhr Anker auf. Das nächste Ziel sind die Los Roques Ein Ost, Ost-Nord-Ost mit 4 - 5 Beaufort(bft.) bläst uns vor sich her und wir sind flott unterwegs. Einziger Nachteil, die hohe seitliche Welle aus Nord. Man kann den großen Archipel wegen der sich am Riff brechenden Wellen schon lange sehen. Doch die Riffeinfahrten sind in dem nachmittags Licht sehr schwer auszumachen. Zweimal verschieben wir die Durchfahrt und entschließen uns eine breitere, uns sicherer erscheinende Variante. Wolfgang steht im Bug und lotst mich durch die Riffe und Untiefen und ich lasse den Tiefenmesser nicht mehr aus den Augen. Endlich im Inneren der Inselgruppe angelangt haben wir keine Lust mehr auf weitere knifflige Buchteinfahrten sondern werfen den Anker vor EL Gran Roque der Hauptinsel mit dem einzigen Ort. 16 Stunden hat die Fahrt gedauert und wir sind doch rechtschaffen müde.

Am nächsten Morgen erkunden wir den kleinen Ort. Es gibt einen einzigen Lastwagen, der als Transporter für Waren und Personen sowie als Müllauto benutzt wird. Die Straßen sind unbefestigt aber sauber und ordentlich. Zwischen den kleinen Gebäuden stehen viele Bäume und die Menschen haben kleine Gärten angelegt oder die Grundstücke und Eingänge mit Topfpflanzen geschmückt. Es gibt zwei Schulen, einen Kindergarten, eine Kirche, einen Supermarkt, diverse kleine Geschäfte und unzählige sogenannte Posadas "Pensionen" von einfachster Ausführung bis hin zur Luxusabsteige, in der schon verschiedenste Größen aus Politik, Film und Wirtschaft logiert haben.


Auch hier ist nicht zu übersehen, dass Weihnachten vor der Tür steht. Schulkinder schmücken ihre Schule und der ein oder andere Stand ist über und über mit Weihnachts-Kitsch-Schmuck überladen. Angenehm überrascht sind wir davon, dass wir akustisch wenigstens nicht mit Weihnachtsgeklimper gequält werden. Wir erklimmen den höchsten Berg der Insel (30 m) und bestaunen die herrliche Aussicht. An 3 weiteren Ankerplätzen El Pirata, Crasqui und Caya de Agua genießen wir das türkisfarbene Wasser und die Unterwasserwelt. Auf Crasqui werden wir fast von den Moskitos aufgefressen, als wir zur Feier von Rudis Geburtstag gegen 18.00 Uhr in einem Strandlokal zum Abend essen.

Früh morgens am 08.12. sind wir auch schon wieder unterwegs. Nächstes Ziel Aves de Barlavento. Wieder ein toller Segeltag 5 bft. Raumwindkurs. Der Anker fällt vor der Isla Sur. Auch diese Inselgruppe ist von einem großen Riff umgeben und mit unzähligen Untiefen gespickt. Die Karten unseres Plotters haben in den Los Roques schon große Abweichungen zur tatsächlichen Situation erkennen lassen und so schrammle ich laut Plotter über alle Untiefen, während mich Wolfgang, im Bug stehend sicher durch selbige hindurchlotst. Wir schnorcheln und beobachten die Vögel, die in großer Zahl die Mangroven gesäumte Bucht bewohnen. Auch hier türkisfarbenes Wasser soweit das Auge reicht und weiße Schaumkronen wo sich die Wellen an der Riffaußenseite brechen.

Eine weitere Nacht verbringen wir in den Aves Solavento, ca. 18 Seemeilen westlich der Schwesterinsel. Bevor wir vor den Islas Palmeras ankern werden wir von der in den Aves Solavento stationierten Küstenwache über Kanal 16 gerufen und aufgefordert uns zu identifizieren. Ich antworte auf Spanisch und werde tatsächlich verstanden. Nach kurzer Zeit ist alles geklärt und wir haben die Erlaubnis ein oder zwei Tage hier zu bleiben.

Während unserer Fahrt nach Bonaire drohen ständig schwarze Wolken am Himmel mit Regen. Den kriegen wir glücklicherweise nicht ab, dafür profitieren wir von dem Wind, den solche lokalen Wolkenfronten mit sich bringen. Ab und zu geht es da richtig ab. Da sich unser Windmesser nicht immer dreht, haben wir zum Teil keine Windstärkeanzeige, aber da wir mit einer Maximalgeschwindigkeit von 9 kn bis 10 kn unterwegs sind, kann es nicht wenig sein. Die letzen 8 Seemeilen vor dem Ziel legen wir in Lee von Bonaire zurück. Hoch am Wind mit 5 bis 6 Beaufort ohne Welle - das ist Schokisegeln vom feinsten, wie unser Schweizer Freund Felix sagen würde. Dank Rudi haben wir jetzt ein paar schöne Aufnahmen unter Vollzeug von der Genesis. Nach ca. 7 Stunden hängen wir an der Boje ca. 100 Meter von der Kaimauer der Haupt-"Stadt" Kralendijk entfernt. Das Wasser ist so klar, dass wir den in 5 Meter Tiefe liegenden Betonklotz an dem die Boje festgemacht ist, deutlich sehen können. Man darf nur vor Kralendijk mit dem Schiff fest zu machen oder kann in eine der zwei Marinas. Ankern ist rund um die Insel verboten. Das Ganze ist mit 50 $US pro Woche auch nicht ganz günstig, aber die intakte Unterwasserwelt entschädigt uns dafür.


Die Schnorcheltouren sind dann auch einer der Höhepunkte die Bonaire zu bieten hat. Eigentlich kann man vom Schiffaus losschnorcheln. Wir kommen uns vor wie im Aquarium.

Verschiedenste Korallen, Niedere Tiere, Schildkröten, Wasserpflanzen, Muscheln und reichlich große Fische und eine Wasserqualität vom Feinsten. Mit dem Dinghy sind wir in wenigen Minuten an den Schnorchel- und Tauchbojen, die vor Klein Bonaire, der kleinen vorgelagerten Schwesterinsel Bonaires liegen und nutzen das auch für ausgedehnte Schnorchelexkursionen. Einmal teilen wir uns eine Boje mit einem Holländischen Motorboot. Die eigner laden uns nach dem Schnorcheln zu einem Drink ein. So stehen wir im Badedress, klitschnass mit Bier und Coke auf der Heckplattform der Gran Slam, erzählen von unserer Weltumsegelung und unterhalten uns prächtig.

Gleich am ersten Tag treffen wir Gabriele und Rudolf von der Sunway wieder und lernen dort an Bord Marion und Holger von der Vela kennen. Es bestätigt sich einmal mehr, dass die "Seglergemeinde" recht klein ist. Die Velaner haben einen ... Katamaran genau wie Elisabeth und Karl (Perle) und H.J. und Ute (Taimada) und kennen beide sehr gut.

Wolfgang geht in den Mast und sieht sich unseren Windmesser genauer an. Augenscheinlich scheint das Teil in Ordnung zu sein. Also versprüht er eine Runde Wundermittel "CW40" und wir hoffen, dass das ausreicht. Bei der monatlichen Motorinspektion entdeckt er Metallspäne im Motorraum. Das kann nichts Gutes bedeuten. Nähere Nachforschungen ergeben, dass eine Schraube an der elektrischen Kupplung des Wassermachers sich gelockert, und bereits mehr als 1/2 mm Material vom Deckel der Dieseleinspritz pumpe abgeschliffen hat. So erklären sich im Nachhinein die seltsamen Geräusche die wir ab und zu beim Wassermachen gehört haben. Das war höchste Zeit, einige 100 L Frischwasser später, hätten wir es mit einem kapitalen Motorschaden zu tun gehabt.

Bonaire ist mit 288 Quadratkilometer nicht besonders groß. Wir mieten uns trotzdem ein Auto und machen eine Inselrundfahrt. Die Südhälfte ist eine Kakteenwüste. Hier sind die natürlichen Salzseen, die zu Salinen ausgebaut wurden. Mittlerweile wird im Süden ein Viertel der gesamten Landfläche der Insel zur Salzgewinnung genutzt. Mitten in diesem Gebiet haben wir Flamingos beobachtet, denen man dort ein Schutzgebiet für den Bau ihrer Schlammnester eingerichtet hat. Auf der Luv-Seite der Insel finden wir bizarre Schwemmgutskulpturen. Dort sammeln wir auch das Schwemmholz für unseren Weihnachtsbaum. Da sich die Südamerikanisch Kontinentalplatte unter die Mittelamerikanische Kontinentalplatte schiebt und diese hochdrückt, wächst Bonaire mehrere Zentimeter im Jahr aus dem Wasser. Entsprechend sind die Küstenlandstriche geformt. Es gibt unterspülte Kalkwände und sehr viel Korallenschutt. Es wachsen auf der ganzen Insel baumgroße Säulen- und Kandelaberkakteen. Die Säulenkakteen wurden und werden als Material für ziegensichere Hecken verwendet.

Es zieht uns weiter. Ursprünglich wollte ich ja Weihnachten in Cartagena verbringen und spätestens zu Silvester in den San Blas Inseln mit der Black Pearl Crew feiern, ehe die beiden durch den Panamakanal gehen, aber ihr wisst noch: "Eigentlich .".

Auf dem Weg nach Curacao hat Wolfgang mal wieder beide Angelleinen ausgeworfen. Lange Zeit passiert nichts, aber dann plötzlich knabbert ein Fisch an einem der Köder. Vom Schiff aus können wir einen großen Hai beobachten, wie er eingehend beide Köder begutachtet und dann auch jeweils einen Probebiss macht. Allerdings fällt er nicht auf die Plastikteile rein und schwimmt davon. Gut so, das hätte uns nur wieder einen Köder gekostet.

In der Lagune von Spaanse Water liegen wir gut geschützt und nutzen die guten Einkaufsmöglichkeiten um uns noch einmal mit wichtigen Dingen einzudecken, von denen wir glauben, dass wir sie in Kolumbien und den San Blas Inseln nicht mehr bekommen werden. Müsli steht auf unserer Liste ganz oben. Müsli mit frischem Obst und Joghurt ist unsere Hauptfrühstücksmalzeit. Frisches Obst gibt es fast überall, Joghurt mache ich selbst, wenn es keines zu kaufen gibt, aber Müsli wird sobald wir irgendwo fündig werden in großen Mengen gebunkert. Im Supermarkt in Willemstadt haben wir Glück und bunkern 7 Kilo. Hier finde ich auch ein paar Utensilien um Weihnachtsplätzchen zu Backen - aus frischen Kokosflocken mache ich einige Kokosmakronen und kaufe ein paar Päckchen Spekulatius. Die wunderschönen Plastik-See-Tiere, die unseren Weihnachtsbaum schmücken sind aus einem "China-Super- Krustel-Laden". Die Löcher sind eigenhändig von Wolfgang gebohrt, so kommt unser Dremel mal zum Einsatz.


Auch ein anderer großer Wunsch von Wolfgang erfüllt sich unverhofft. Seit Monaten ist er auf der Suche nach einem neuen Dinghy - etwas größer als das alte, mit festem Boden und trotzdem leicht. Ideal wäre ein Alu-Dinghy, 9 Fuß von AB. Das wiederum wird am 23.12.08 exklusiv bei Budget Marine, einem Schiffsausstatter in Curacao, angeliefert als Wolfgang sich im Geschäft aufhält. Der Preis stimmt, und so kriegt mein Traummann ein neues Dinghy unter den viel zu kleinen Weihnachtsbaum. Das alte können wir leider vor Ort nicht verkaufen, also macht er es sauber und staut es verpackt in der Vorpiek.

Der Entschluss ist gefasst. Weihachten bleiben wir auf Curacao. Die "Velaner" und die Hydra Crew sind inzwischen auch hier gelandet und wir verabreden uns für den 24.12. auf der Genesis zum Feiern. Zunächst "Festessen" mit Rudi und Ursula und anschließend bei Bier und Wein, Knabbereien und Diskussionen über Gott und die Welt zu 6. Ein ausgesprochen schöner Abend.

Das Wetter ist seit dem 22.12. recht wechselhaft und stürmisch. So bleiben wir hier in Curacao, schlendern durch die hübsche Hauptstadt und bunkern weiter Lebensmittel. 6 kg Hackfleisch werden zu Frikadellen, Fleischklößchen und Sauce Bolognese verarbeitet und ich koche Eintopf mit Rindfleisch ein.

Am 29.12. geht's dann über Santa Cruz, einer Bucht im Norden der Insel weiter nach Aruba, wo wir Sylvester verbringen wollen und uns dann auf die berühmt berüchtigte Strecke nach Cartagena begeben.

Die Strecke nach Aruba legen wir unter Schmetterlingssegel zurück. Die ausgebaumte Genua und das Groß mit Bullenstander (der Baum wird festgebunden, so dass er nicht ungewollt zur anderen Seite überschlagen kann) - bei 4 Beaufort achterlichem Wind und achterlicher Welle ein Vergnügen. Auf Empfehlung von Freunden der Vela legen wir nicht im Haupthafen Oranjestaad zum einklarieren an, sondern im Industriehafen von Bacadera. Zunächst nehme ich über Funk Kontakt zur Hafenbehörde auf. Der Hafenmeister sagt mir wir sollen an der Pier festmachen. Die Pier ist lang, und beim Versuch an dem Stück anzulegen, dass am wenigsten vergammelt aussieht laufen wir auf. Ein paar Augenblicke den Tiefenmesser nicht im Auge behalten und schon sind wir auf 1.60 und ein leichter Ruck geht durch die Genesis - sofort in den Rückwärtsgang und ganz langsam kommen wir wieder frei. DAS IST NOCH MAL GUT GEGANGEN!

Auf Nachfrage sagt uns dann auch der Hafenmeister, dass es an der Holzpier wo die Fischerboote liegen viel zu nieder ist. Wir müssen dort anlegen, wo die großen Frachter liegen. Das aber bedeutet große schwarze Gummireifen als Fender, rostige eisenstangen, blanke zerbröckelte Betonmauern und an Land zwei riesen Poller die sehr weit auseinander liegen. Sch. Bedingungen, aber letztendlich keine andere Möglichkeit. Wir machen fest und erledigen bei den freundlichen Beamten den Papierkram. Danach hat die Genesis an ihrer Backbordseite lauter schwarze Flecken vom Abrieb der Gummireifen und wir ein paar Nerven weniger. Unser Ankerplatz liegt zwischen Oranjestaad und dem Flughafen hinter einem Riff. Hier können wir endlich wieder vom Schiff aus ins Wasser und sind in wenigen Minuten in der Hauptstadt. Oranjestaad ist die größte Shoppingmall Arubas. Feudale Geschäfte, Casino, Café, Noble Restaurants, Souvenierstände und, und, und.

Wir erleben das lauteste und längste Sylvestergeballer unseres Lebens. Vom 30.12. bis 02.01. knallt und kracht es in den Straßen von Oranjestaad. Beim ersten Mal sind wir fest davon überzeug, dass ein kleines Lager mit Böllern in die Luft geflogen ist, da das Geknalle gar nicht mehr aufhört. Später werden wir Zeugen, einer solchen Aktion. Ganze Kartons mit sogenannten Chinakrachern werden auf der Straße mit einander verbunden und dann angezündet. Minutenlanger Ohrenbetäubender Lärm und dicker Qualm sind die Folge.
Am 31.12.08 um Mitternacht gibt es dann aber auch ein schönes Feuerwerk, das wir zusammen mit Marion und Holger von der Genesis aus bestaunen.

Gemeinsam mit der Vela laufen wir am 02.01.09 gegen 15 Uhr aus nachdem wir im Hafen von Oranjestaad ausklariert haben. Ziel ist Cartagena. Vor uns liegt eine nicht ganz einfache Strecke, aber die Wettergöttin ist uns wohl gesonnen und einmal muss man/frau es wagen!!

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Bonaire
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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