Die ca. 7000 km zwischen Porlamar und Köndringen legen wir ohne besondere Zwischenfälle zurück. Das Timing ist perfekt. Wir kommen zum Flughafen, checken ein, gehen nach kurzer Wartezeit an Bord der Condor-Maschine. Ein ruhiger Flug, während dessen ich viel schlafe. Die Zeit vergeht im nu, wir landen wegen des Rückenwindes, den uns ein Hurrikan im Norden der Karibik beschert mehr als eine Stunde früher als geplant in Frankfurt. Das ermöglicht uns ohne längere Pause den nächsten Zug nach Freiburg zu erreichen und um 16:45 Uhr können uns meine Eltern in Köndringen am Bahnhof abholen.
Es gibt viel zu erzählen, wir sind aber auch müde und gehen früh schlafen. Der Termindruck geht gleich am nächsten Morgen los. Auto holen, Terminabsprache für Wolfgangs Seminare, Arztbesuch etc. Wir treffen uns zunächst mit Rainer Glaser um alles abzusprechen. Er und seine Frau Ilse haben uns für die Zeit unseres Aufenthalts in Deutschland angeboten in ihrem wunderschönen Domizil in Malterdingen zu wohnen, während sie beide mit ihrem Wohnmobil auf Reisen gehen wollen. Wir sind begeistert und obwohl sie ihre Reisepläne etwas ändern müssen und wir öfter gemeinsam "zu Hause" sind, ist es für uns fantastisch. Verwöhnt mit einem schönen Gästezimmer, Sonnenterasse, Bollerofen, Jura-Kaffe-Maschine, Labtop, W-Lan und Telefonflatrate sowie der unaufdringlichen Fürsorge von Rainer und Ilse fällt es uns am Ende richtig schwer wieder zu gehen. DANKE IHR ZWEI.
Bevor Wolfgang zu seinem ersten Arbeitseinsatz muss, besuchen wir seine Mutter in Karlsruhe, was wir im Laufe unseres Aufenthaltes so oft als möglich wiederholen. Es freut uns besonders, dass sie sich von ihrem Schlaganfall so gut erholt hat und sind begeistert wie wir von ihr empfangen und bewirtet werden.
Wir genießen die Treffen mit Familie und Freunden sehr. Wie schon letztes Jahr habe ich mehr Zeit für all die schönen Dinge, während Wolfgang die Reisekasse auffüllen muss. Ein Besuch in Heidelberg bei meiner Lieblingsschwester, eine Woche Fitness- und Kultur-Urlaub bei meiner Freundin Renate, den 70. Geburtstag von meinem Onkel Rolf, Mädelsabend im Schwarzwälder. Bärbels Geburtstag, wo wir von Jochen wieder kulinarisch verwöhnt werden und die Geburtstagsparty zum 50. meiner Freundin Conny sind ein besonderes Vergnügen. Gemeinsam mit Wolfgang verbringe ich wieder zwei Tage am Bodensee zur Bootsmesse und bei Karl und Carmen, wo wir wieder fürstlich untergebracht und bewirtet werden. Die Piraten - Dekoration in unserem Gästezimmer ist vom feinsten und wir hoffen, dass es Carmens Neffen nicht all zu schwer gefallen ist, die Utensilien dafür auszuleihen.
Ein erstes Treffen mit Wolfgangs Tochter Kerstin, die sich nach Jahren wieder bei ihm gemeldet hat, ist spannend und interessant. Sie hat meines Erachtens nicht nur seine blauen Augen, sondern auch sein aufgeschlossene Wesen, die Redegewandtheit, die Begeisterungsfähigkeit und die Neugier auf Neues und Fremdes. Ein Familientreffen mit Sohn Marco und Freundin, Kerstin und Freund macht viel Spaß und erzeugt bei uns beiden ein ganz neues, ungekanntes "Familiengefühl".
Ein zweites Mal fahren wir an den Bodensee, um in Ludwigshafen unsere österreichischen Segelfreund Herwig und Veronika von der Alchemist treffen, die gerade auch auf "Heimaturlaub" sind und Freunde auf der Bootsmesse besuchen. Die beiden sind uns "segelreviermäig" schon ein Stück voraus. Sie haben die Alchemist in Colon / Panama liegen und bereisen Südamerika auf dem Landweg, ehe es im Februar nächsten Jahres wieder weiter geht.
Das Wetter ist uns auch hold. Einmal Anfang September gehe ich mit Hildegard sogar noch zum Schwimmen im Baggersee in Riegel - für meine verwöhnten Knochen saukalt aber schön.
Einer der Höhepunkte für mich ist, dass ich mit meiner Mutter gemeinsam ihren 80. Geburtstag feiern kann. Ein schönes Fest und die Möglichkeit meine große Verwandtschaft zu treffen.
Ein gemeinsamer Berlinbesuch bei Johan & Co., die Abschlussparty am Freitag vor unserer Abreise, die wir bei Rainer und Ilse feiern können, sowie das Geschwistertreffen mit meinen Geschwistern in Frankfurt runden das ganze ab.
Es ist schön, nach so langer Zeit alle wieder zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen. Soviel Vertrautes und Bekanntes aber auch Veränderungen wahrzunehmen. Ich hatte besonders große Schwierigkeiten mich an die "Lebensgeschwindigkeit" zu gewöhnen. Alles ist in Hektik, Leben auf der Überholspur, Geräuschkulisse ohne Ende. Am meisten sehne ich mich jetzt nach der Ruhe auf unserem Schiff.
Dann verbreite ich selbst noch mal Hektik. Erstens habe ich mein Maskottchen in Malterdingen vergessen, das muss Rainer jetzt ganz schnell nach Porlamar schicken, damit es weiter mit mir um die Welt segeln kann. Zweitens bemerke ich kurz vor dem Einchecken in Frankfurt, dass ich meine Handtasche bei Antje, der Freundin meines Bruders, wo wir das Wochenende verbracht haben, vergessen habe. Nach einem Anruf, setzen sich die zwei ins Auto und bringen mir die Tasche, zum Glück hat die Zeit noch gereicht. DANKE ihr ZWEI. |