Nach dem wir unsere frisch gefüllte Gasflasche haben und alle Einklarierungsformalitäten erledigt sind machen wir uns um 9:00 Uhr auf den Weg nach Juan Griego, einem Ort an der Nordküste Margaritas. er ist nach einem Griechischen Piraten (Hans der Grieche) benannt, der in dieser Bucht gestrandet sein soll.
Nach ca. 5 ½ Stunden erreichen wir die seichte Bucht mit dem lebhaften Ort. Die ca. 30 Seemeilen haben wir zu einem Drittel unter Segel zurückgelegt, den Rest mussten wir mangels Wind motoren. Am späten Nachmittag lassen wir das Dinghy zu Wasser, bestücken es mit unserem kleinen 2,5 PS Motor und tuckern an Land. Wir schlendern durch die Straßen und Geschäfte, finden eine Deutsche Bäckerei, kaufen Schwarzbrot und essen beim Italiener (lt. Ober einem Mafiosi aus Sizilien) leckere Pizza in einem Strandlokal.
Am nächsten Morgen geht es früh weiter. 60 Seemeilen liegen vor uns. Blanquilla ist unser nächstes Ziel. An der Westküste der Insel am Playa Yaque werden wir von der Carpe Diem und der Black Pearl erwartet. Wir benötigen ca. 10 Stunden für den Trip werden dafür mit einem schönen Segeltag und einem ca. 80 cm großen Barrakuda belohnt.
Ein echtes Highlight ist die Dinghy-Exkursion in die Baya Americano. Eine tief eingeschnittene Bucht, mit Unterwasserhöhlen, weißem Sandstrand, türkiesfarbenem Wasser und einer Fantastischen Unterwasserwelt. Zum Sundowner verabreden wir uns alle am Strand, da keines der drei Schiffe bequem Platz für 13 Personen bietet. Gegen 16 Uhr kommt aus Norden ein kleines Schiff unter Sturmsegel in die Bucht gesegelt. Wir brauchen nicht lange um die Netjer zu erkennen, die in 2 ½ Tagen von Sint Martin nach Blanquilla gesegelt ist und einen kleineren Schaden am Großsegel mitbekommen hat, so dass sie das rote Sturmsegel setzen mussten. Das Hallo ist groß und die beiden werden natürlich auch zum Feiern am Strand eingeladen. Doch wie so oft hat die Netjer Probleme mit dem Ankern. Nach mehreren Zwischenfällen bei denen der Anker nicht richtig gehalten hat, haben die beiden sich angewöhnt einen Zweitanker auszubringen, was das Ankermanöver nicht gerade vereinfacht und vor allem dann Schwierigkeiten verursacht, wenn der Anker nicht hält und man wieder Anker auf muss. Nach einigem hin und her ist dann alles klar und gemeinsam überzeugen wir Jeroen davon, es mal mit einem anderen, größeren Anker zu versuchen. Wir bieten ihm an am nächsten Tag unseren kleineren Kobraanker auszuprobieren, was er auch tut und ihn uns kurz entschlossen abkauft, da er mit den Testergebnissen zu frieden ist.
Unsere Strandparty wird an diesem Abend aber nur ein kurzes Intermezzo, da sich sehr viele Moskitos ungeladener weise an der Party beteiligen und sich über Umwege ebenfalls an Limonade, Bier und Rotwein laben. Kurzerhand verlegen wir das Treffen auf die Carpe Diem. Auf dem Wasser geht einfach immer eine leichte Briese und das mögen die Tierchen nicht besonders.
Neben Schnorcheln, Schwimmen, Klönen und Feiern wird an Bord der Genesis aber auch gearbeitet. Wolfgang bringt die beiden Doradelüfter für die Vorschiffkabine an. Hierfür benutzt er die Öffnungen der Zwangsbelüftung des Schiffes, die ohne hin nicht ganz seetauglich sind. Wenn große Wellen über das Vorschiff brechen, dringt das Wasser ins Schiffsinnere ein und wir bekommen eine nasse Matratze. Die Doradelüfter sind so konstruiert, dass mehr Luft und kein Wasser ins Schiff gelangen können. Wenn ganz raue See herrscht, können die Öffnungen auch nach hinten gedreht werden, oder die Trichter entfernt und ein Deckel angebracht werden. Ein lang gehegter Traum meines Skippers geht in Erfüllung.
Nach 1 ½ schönen Tagen heißt es weiter ziehen. Die Carpe Diem mit ihren 5 Kindern an Bord bevorzugt eine Nachtfahrt nach La Tortuga . Hans und Sabine starten mit uns am frühen morgen um 4:00 Uhr und die Netjer bleibt zurück um Segel zu reparieren und sich von ihrem mehrtägigen Trip zu erholen. Wieder haben wir eine Strecke von etwas mehr als 60 Meilen vor uns. Der Wind meint es gut mit uns und wir sind flott unterwegs. Leider schläft er auf dem letzten Stück ein und wir müssen doch noch den Motor anschmeißen. Die Einfahrt in die Playa Caldera ist etwas tricky, aber mit Kartenplotter und Augapfelnavigation finden wir den Richtigen Weg und ankern auf 3 Meter vor herrlicher Kulisse.
Tortuga hat einen kleinen Flughafen, den die reichen Festland-Venezulaner am Wochenende nutzen um mal eben kurz zu relaxen. Ein paar Fischerhütten säumen den Nordteil der Bucht, es gibt einen Außenposten der Küstenwache und ein paar kleine Restaurants. Das Wasser ist wie immer kristallklar und wir sind so oft und lange im Wasser, dass wir abends nachschauen ob uns inzwischen Schwimmhäute zwischen Zehen und Fingern gewachsen sind.
Am Nächsten Tag geht es weiter nach Caya Herrdura, einer kleinen Insel westlich von Tortuga. Ein kurzer Schlag von 9 Seemeilen, den wir Vorwind unter Genua zurücklegen. Auch hier wird das Land erkundet. Außer ein paar Fischerhütten, viel Sand und Muscheln gibt es nichts zu sehen, also genau der richtige Fleck um die Seele baumeln zu lassen.
Wieder starten wir zu unchristlicher Zeit um 4:00 Uhr in der Frühe. Es ist noch dunkel und mir macht das Aufstehen nicht wirklich Spaß. Aber es muss sein, damit wir Puerto La Cruz, eine Küstenstadt am Festland Venezuelas noch bei Tageslicht erreichen. Die Strecke beträgt 55 Seemeilen und der Kurs ist nicht besonders gut, d.h. wir müssen sehr hoch am Wind segeln oder ggf. kreuzen, was die Strecke verdreifachen würde. Wir haben allerdings gar keinen Wind und müssen ca. 7 Stunden motoren. Ich kämpf, während wir uns stetig dem Festland nähern, mit immer stärker werdender Nervosität, beobachte misstrauisch und unruhig jedes Fischerboot, das sich uns nähert. Mein Zustand wird von Stunde zu Stunde kritischer und ich stelle fest, dass ich den Überfall im Dezember letzten Jahres noch nicht wirklich verarbeitet, sondern in den sichereren Gebieten des Inselbogens eher verdrängt habe. Ich habe Angst und bin ziemlich hilflos und panisch. Wolfgang versucht mich mit logischen Argumenten zu beruhigen, was aber nicht wirklich hilft. Wir machen Schießübungen mit der Leuchtpistole, die wir notfalls einsetzen wollen und ich diskutiere ernsthaft über die legale Anschaffung einer Waffe, die ich an Bord mitführen will.
Wir kommen natürlich ohne Zwischenfall in Puerto La Cruz an, wo Dirk uns in die Marina Oriente lotst. Mit Anker und Heckleine liegen wir im Kanal von El Morro. Bei einem Bierchen im Marinarestaurant gibt es noch ein Paar Tipps von der Carpe Diem-Crew, die schon öfter hier waren und am nächsten Tage erkunden wir gemeinsam mit Hans und Sabine die Stadt. Der Markt ist beeindruckend groß und erstaunlich sauber und wir müssen uns mächtig zügeln, um nicht dem totalen Kaufrausch zu verfallen. Die Menschen sind fröhlich, freundlich und äußerst hilfsbereit. Bereitwillig antworten sie auf unsere Fragen und ich kann meine spärlichen Spanischkenntnisse anbringen. Wir kaufen eine Salami und beschließen am nächsten Morgen vor unserer Weiterfahrt noch mal herzukommen um Frischfleisch zu kaufen, da wir unsere Stadtbesichtigung fortsetzen und im Stadthafen nach Bekannten suchen wollen, die uns auch beim Geldwechseln helfen sollen.
Wir sind begeistert von der Stadt. Vor allem ich wundere mich, dass ich, nach all den Schilderungen über Überfälle, Diebstähle und Sicherheitsrisiken, mich sehr wohl und nicht im Geringsten bedroht fühle. Wir beschließen einen Tag länger hier zu bleiben und erkunden am nächsten Tag mit Hans und Sabine in ihrem Dinghy das "klein Venedig" von Puerto La Cruz. Zahlreiche verwinkelte Kanäle, bebaut mit mehr oder weniger schönen, prächtigen, Villen oder kleinen bunten Reihenhäuschen und etlichen Brücken geben der Lagune ein besonderes Flair. Am Abend werden wir zum Captains Dinner auf der Black Pearl eingeladen, wo Captain Black höchstpersönlich ein "Beef Tartar" für uns zubereitet.
Die Zubereitung ist aufwändig und wird von Hans perfekt zelebriert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und schmeckt sogar mir, obwohl ich kein all zu großer Fan von rohem Fleisch bin, vorzüglich. Wolfgang fühlt sich wie im Schlaraffenland. DANKE HANS!
Wir treffen Steffen von der Moonyflower, der seinen Katamaran hier in der Marina Oriente abgibt um ihn für den neuen Eigner bereit zu stellen. Die beiden Freiburger Bekannte, die 2005 mit ihrer Tochter Mira und ihrem Hund ihre Segeltour gestartet haben, haben sich entschlossen, das Segeln erstmal an den Nagel zu hängen und zunächst einmal in Costa Rica ein neues Landleben zu beginnen. Raimunda schreibt an einem neuen Buch (erst kürzlich kam ihr erstes " Aussteigen - Leben auf einem Schiff" heraus) und für Mira ist Schule angesagt. Wir verbringen einen netten Abend auf der Genesis, kosten von Steffens selbst getrocknetem Rindfleisch, trinken einen heimischen Schnaps und werden das Gefühl nicht ganz los, dass angesichts des zu Ende gehenden Lebensabschnitts Wehmut bei ihm aufkommt.
Es zieht uns weiter. Der Mochima Nationalpark liegt vor uns. In Venezuela sind Ferien und so rechnen wir mit erhöhtem "Menschenaufkommen", was einerseits störend sein kann, andererseits aber auch die Präsents der Küstenwache garantiert und uns ruhiger schlafen lässt. Trotzdem bleiben wir dicht beisammen, beäugen die Boote in der Nähe misstrauisch und entspannen uns erleichtert, wenn die Insassen uns freundlich zuwinken. Oft werden wir zum begehrten Fotomodel, denn es sind nicht viele Segelyachten unterwegs und so kommen wir den zahlreichen Ausflüglern sehr gelegen. Unterwegs geraten wir in ein Motoryachtrennen. Mit Höllenlärm und mächtigen Heckwellen jagen die unterschiedlichsten Motorboote an uns vorbei. Hubschrauber kreisen am Himmel und filmen das Geschehen und wir geraten ganz schön ins Schaukeln. In der Bahia Matacual, einer der zahlreichen Buchten des Nationalparks, machen wir Badestop und übernachten später direkt von dem Ort. Wir überwinden unsere Verunsicherung und gehen an Land. Der Ort hat mehr zu bieten als es von See aus den Anschein macht und wir werden wie so oft freundlich begrüßt. Allerdings finden wir das Dinghy von der Black Pearl, als wir zurück aufs Schiff wollen, an Land wieder. Wir haben wohl den Anlegeplatz eines Ausflugsboots benutzt und da wir das Boot an Land fest gekettet haben, hat es der Liegeplatzeigner kurzer Hand aufs Trockene gesetzt. Hilfe eines Einheimischen schaffen wir es aber, das 3,10 Meter lange, mit einem 15 PS Motor versehene Schlauchboot, ohne Große Schäden wieder zu Wasser zu lassen und kehren zurück auf unsere Yachten. Die Dorfbewohner bieten mit ihren ehemaligen Fischerbooten Ausflugsfahrten im Nationalpark oder Taxidiensten zu den vorgelagerten Inseln oder Stränden an. Man sagt, das Mochima das Sylt von Venezuela ist und so liegen in der ganzen Bucht viele bunte Boote, die von früh morgens bis Sonnenuntergang unermüdlich Touristen hin und her fahren.
Unser nächstes Ziel liegt im Golfo de Carriaco. Die Bucht an der Nord-Ost Küste Venezuelas ist ein ca. 40 Meilen tiefer Einschnitt der von West nach Ost verläuft, etwa 10 Meilen breit und nur nach Westen hin offen ist. Die Laguna Grande, die wir anfahren wollen, ist eine große Lagune im ersten Drittel des Golfo mit sehr schmaler Einfahrt und bizarren Buchten, die von Mangroven gesäumten Stein- und Geröllbergen gebildet werden. Wieder einmal müssen wir motoren und wir sind uns alle einig, dass wir lieber 10 Stunden segeln, als 5 Stunden motoren würden. Ein wenig Abwechslung in den eintönigen Trip bringen die vielen Delfine, die wir unterwegs beim jagen und die Fischer, die wir bei der Arbeit beobachten können. In den letzen 5 Tagen haben wir so viele freundlich winkende Fischer angetroffen, dass selbst ich langsam aber sicher etwas entspannter werde und nicht beim bloßen Anblick eines Bootes, das eventuell unseren Kurz kreuzen könnte, Schweißausbrüche bekomme.
Bei unserer Erkundungstour durch die Lagune entdecken wir noch zwei andere Yachten, eine Amerikanische und eine Deutsche. Wir verständigen uns darauf alle den gleichen Funkkanal abzuhören und suchen uns einen einsamen Liegeplatz direkt vor einer kleinen Insel, die mit Mangroven bewachsen ist die als Schlafplatz für Pelikane, Reiher und Fregattvögel dienen.
Ab dem späten Nachmittag herrscht ein reges Geflatter in der Luft und das Gezanke um die besten Schlafplätze ist von lautem Gezeter begleitet. Leider sind das nicht die einzigen Tiere, die hier so zahlreich vorhanden sind. Am nächsten Morgen ist die Genesis von hunderten so genannter Stubenfliegen bevölkert, die uns lästig um die Köpfe schwirren. Schade, ohne diese Plagegeister hätten wir es in der sonst so friedlichen, wunderschönen Lagune noch länger ausgehalten. So machen wir uns nach zwei Tagen auf den Weg nach Cubagua , einer kleinen von Fischer bewohnten Insel zwischen dem Festland und Margarita. Dort wollen wir Iris und ihre Familie besuchen, die dort lebt und die wir letztes Jahr kennen gelernt haben. Die 35 Seemeilen sind bei NULL Wind in 5 Stunden zurückgelegt. In der Bucht schleppen drei junge Fischer eine Leine hinter ihrem Boot her und fangen hin und wieder einen kleinen Fisch, die sie uns im Tausch gegen Rum anbieten. Da es nur kleine Fische sind, bekommen sie auch nur eine kleine Flasche Rum und sie fordern uns auf, sie später an Land zu besuchen. Für den Landausflug nehmen wir dieses Mal unser Schlauchboot mit dem kleinen 2,5 PS Motor. Es ist ja nur ein kurzes Stück bis zum Strand. Wir nehmen Hans und Sabine mit und werden am Strand von vielen kläffenden Hunden empfangen. Iris und ihre Familie sind nicht da und so machen wir uns auf den Weg zum Leuchtturm am Nordost Cap der Insel. Durch Kakteenhaine und Steinwüste schlängelt sich der Weg, vorbei an Fischerhütten wo Menschen, Hunde, Hühner, Schweine, Esel und so manch anderes Getier unter einem Dach leben. Wir treffen auch die drei Fischermänner wieder, die uns stolz ihre Unterkunft zeigen, die mit einem großen Gemälde des Leuchtturms verziert ist.
In der Zwischenzeit bemerken wir, dass sich der Himmel zusehends verdunkelt. Der Wind frischt auf und dreht. In kürzester Zeit steht eine steife Briese in die Bucht und schiebt das Wasser vor sich her. Als wir auf die Anhöhe gelangen von wo aus wir unsere Schiffe sehen können, stellen wir fest, dass die Black Pearl auf Trift ist und Gefahr läuft an Land gedrückt zu werden. Sofort spurten wir los, den Weg hinunter, die kläffenden Hunde ignorierend. Hinein ins kleine Schlauchboot und nichts wie ab zur Black Pearl. Der 2,5 PS Außenborder schafft das gut obwohl Wind und Welle gegenan stehen. Hans startet sofort die Maschine und sucht einen neuen Ankerplatz in der Südwestecke der Bucht, wo er etwas besser vor der Welle geschützt ist. Auch wir verlegen die Genesis und nach ein bis zwei Stunden wird es ruhiger und alle sind froh mit dem Schrecken davon gekommen zu sein. Es ist wirklich unglaublich wie schnell solch eine extreme Wetteränderung sich vollziehen kann. Als wir uns zum Landgang entschlossen hatten herrschte strahlender Sonnenschein, und kein Lüftchen war zu spüren.
Die Nacht verläuft ruhig und am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zurück nach Porlamar , wo der Yachty-Alltag wieder auf uns wartet. Wir fahren zum Flughafen und kaufen unsere Tickets nach Deutschland, gehen zu Blueskonzerten von Cora und Stanek, besuchen den örtlichen Fischmarkt, wo wir uns mit Lilia, einer Empanada -Verkäuferin anfreunden und gehen unseren Arbeiten auf dem Schiff nach. Wolfgang und Hans entkalken die Kühlwasserkreisläufe unseres Dieselmotors, verlegen Kabel und reparieren Radargeräte auf der Black Pearl. Ich nähe Bettwäsche und bringe statt der alten Vorhänge im Salon neue Fensterabdeckungen aus Lichtdurchlässigem Maschenmaterial an und wir funktionieren unsere alten Cockpitpolster um. Wir lernen wieder viele neue Menschen kennen u. a. Horst und Eva von der Nele, mit denen wir ein paar nette Abende verbringen.
Am Samstag, den 21.07.08 wird der Alltag jäh unterbrochen als sich in der Bucht ein Unfall mit tödlichem Ausgang ereignet. Ein Junger Mann, keine 18 Jahre alt fährt mit zu hoher Geschwindigkeit in seinem Fischerboot durch die Bucht während er mit seinem Handy telefoniert. Er übersieht das kleine Schlauchboot eines Holländischen Seglerehepaars und rammt es. Beide Insassen gehen über Bord. Der Mann wird am Kopf lebensgefährlich verletzt und stirbt kurz darauf im Krankenhaus von Porlamar. Die Ganze Bucht steht unter Schock. Die Fahnen werden auf Halbmast gesetzt und einige Tage danach wird eine Schlauchboot-Karawane zum Zeichen der Anteilnahme organisiert. Zunächst ist die Empörung auf Seiten der Segler groß und der Ruf nach drastischen Maßnahmen sehr laut. Doch zum Glück legt sich die Aufregung auch wieder und es wird versucht ein Gespräch mit dem Sprecher der Fischer zu organisieren, weil schnell klar ist, dass eine strafrechtliche Verfolgung des Jungen, die eigentlichen Probleme nicht lösen wird. Wir Segler bevölkern den Lebensraum der Menschen die hier zu Hause sind. Zu Spitzenzeiten liegen in der Bucht bis zu 250 Schiffe. Das Hauptfortbewegungsmittel der in der Bucht lebenden Menschen ist das Boot. Und wir sorgen permanent für unfreiwillige Geschwindigkeitsbegrenzungen und / oder Staus. Es wäre gut, wenn dieses Gespräch stattfinden würde um das gegenseitige Verständnis zu fördern und Lebensqualität und Sicherheit für alle zu erhöhen.
Als unmittelbare Folge ist zu bemerken, dass so wohl die Fischerboote, als auch die Dinghies sehr gemäßigt durch die Bucht fahren und jeder auf den anderen Rücksicht nimmt. GEHT DOCH! Mal sehen wie lange das anhält!
|