36 maerz 2008
 

Barbuda lässt uns nicht mehr los. Zum Glück ist das Wetter nicht optimal um zurück zu segeln und wir verbringen 12 tolle Tage zu zweit oder in Gesellschaft der Netjer-Crew. Wir genießen das paradiesische Ambiente, kochen gemeinsam (Käsefondue bei karibischen Temperaturen - das hat was!!), besuchen den kleinen Ort der Insel und eine der größten Fregattvogel-Kolonien der Welt. Das Timing ist perfekt, die Vögel brüten gerade. Einige Junge sind schon geschlüpft und sehen mit ihrem total weißen Flaum aus wie kleine tollpatschige Pinguine. Kaum zu glauben, dass aus so einem plumpen Piepmatz ein so eleganter Flieger wird.

Auf unserem Weg an die Nordwest-Küste der Insel segeln wir mit Netjer zusammen und kommen so zu ein paar schönen Bildern der Genesis unter Segel. Dann trennen sich unsere Wege. Wir machen uns auf den Rückweg nach Guadeloupe, wo wir Gisela und Hene, unsere Schweizer Freunde erwarten. Die Netjer segelt weiter nach Norden, voraussichtlich in die British Virgin Islands. Großer Abschied - aber wahrscheinlich sehen wir uns eh wieder auf dem Rückweg in den Süden. Wäre auf jeden Fall schön!!

Der Trip nach Antigua ist super. Nachdem wir zunächst in Lee von Barbuda kaum Wind haben, frischt es auf und nach 5 Stunden erreichen wir Jolly Harbour. Unterwegs geht uns ein kapitaler Baracuda an die Angel. Das Abendessen für 3 Tage ist gesichert. Wir bleiben einen Tag und als wir ausklarieren bekommen wir riesigen Stress mit der Lady von der Hafenbehörde. Wir segeln unerlaubt im Gebiet Antigua und Barbuda, da unsere Erlaubnis seit 4 Tagen abgelaufen ist. "Was?? Abgelaufen?? Wir haben doch für einen Monat bezahlt!! Der Monat ist tatsächlich schon um?? Na, ja, es war halt so toll auf eurer Insel!!" Aber es nutzt alles nichts. Die Lady schulmeistert uns kräftig und wir müssen noch einmal für einen kompletten Monat Gebühren bezahlen. Egal es hat sich alle Mal gelohnt.

Mit je einem Tag Stopp in der Bucht von Pigon Island auf Guadeloupe und den Ilse de Saintes, laufen wir am 13.03. in der Bucht von Point a Pitre ein. Wir legen uns dort an eine Boje und reservieren für die nächsten Tage einen Platz in der Marina Bas du Fort, wo wir die Genesis für unseren Besuch herausputzen wollen. Eigentlich hab ich mich auf die Tage in der Marina gefreut. Endlich mal wieder Strom und Wasser ohne Ende und Landgänge ohne nasse Dinghyfahrt. Aber als wir nach einem 1 A-Anlegemanöver dann eng eingezwängt zwischen 2 großen Yachten liegen, die Brühe im Hafenbecken nicht sehen, aber riechen können, sind wir froh, dass das ganze Unternehmen nur ein paar Tage dauern soll. - So haben sich unsere Bedürfnisse in den letzten 10 Monaten verändert!!

Am 17.03. gegen 17 Uhr stehen die beiden Besucher dann am Steg, schwer bepackt und müde vom langen Flug. Die Freude ist groß, die Begrüßung stürmisch und es gibt gleich viel zu erzählen. Wir werden gleich am ersten Abend zum Essen eingeladen (was sich in den 10 Tagen öfter wiederholt hat - vielen Dank ihr zwei) und Gisela und Hene gehen bald in die Koje, um ihr Schlafdefizit nachzuholen. Die Wettervorhersage schränkt unsere Unternehmungen ein bisschen ein, da mit heftigem Nordschwell mit über 4 m Welle zu rechnen ist, sind einige Buchten, die wir gerne angelaufen wären tabu. Außerdem schlägt der Versuch, Gisela mit Hilfe eines Pflasters gegen Seekrankheit für die nächsten Tag zu therapieren, ins krasse Gegenteil um. Sie erwacht am nächsten Morgen in der Bucht bei Il Gosier mit erheblichen Kreislaufproblemen, Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und anderen Nebenwirkungen auf, so dass wir uns entschließen wieder für einen Tag in die Marina zu liegen.

Wir verbringen danach ein paar schöne Tage vor der Il Gosier. Faulenzen, Lesen, Musik hören, Quasseln, Strandaufenthalt, Stadtbummel, Sundowner in der Strandbar. Als das Wetter dann endlich besser wird, segeln wir zu den Iles des Saintes in unsere Lieblingsbucht am Point de Sucre. Gisela hat zwar immer wieder Probleme sich von Land- auf Seeaufenthalte oder umgekehrt um zu stellen. Sie hält sich aber tapfer und wir hoffen sie hat die zehn Tage trotzdem genießen können. Sie unternimmt ihre ersten Schnorchelausflüge, eine ganz neue Erfahrung für sie.

Auf den Saintes feiern wir Wolfgangs Geburtstag mit Geburtstags Kuchen, Geschenken und einem Leckeren Abendessen an Land. An der Stelle wollen wir uns noch mal bei allen für die netten Mitbringsel, die von D über Hene und Gisela zu uns gelangt sind recht herzlich bedanken. Ihr wisst schon, Gummibärchen und Bücher und so.

Die 10 Tage gehen viel zu schnell vorbei. Die beiden haben eben begonnen sich so langsam zu akklimatisieren und jetzt könnte die Erholungsphase beginnen. Aber es ist schon der 24. März und wir müssen zurück segeln. Ehe wir für den letzten Abend wieder zurück in die Marina gehen, verbringen wir noch mal einen Tag bei Il Gosier. Wir besuchen zusammen die Hauptstadt Point a Pitre, wo wir "Mama Aurelia" eine Blumenverkäuferin kennen lernen, die uns stolz erzählt, dass sie "Mutter des Jahres" geworden ist, 27 Kinder (23 Mädchen und 4 Jungen) hätte und 68 Jahre alt ist.

Am letzten Morgen hilft mir Hene noch dabei, Wolfgang in unseren 20 m hohen Mast zu ziehen, damit er die Fahne des Windmessers wieder gerade biegen kann. Er kontrolliert dabei auch Stück für Stück Mast und Stagen und es beruhigt uns, dass da Oben alles gut aussieht. Wir nehmen uns einen Mietwagen und fahren die beiden nachmittags zum Flughafen - und schon sind sie wieder weg L SCHADE! Wir hätten sie noch ein paar Tage länger ertragen!

Wir nutzen unseren Mietwagen um noch ein paar Einkäufe zu machen und bereiten uns darauf vor, in ein paar Tagen die Durchfahrt durch den River Salé zu wagen. Der Kanal trennt die beiden Teile Guadeloups voneinander. Er ist mit Mangroven gesäumt und soll an manchen Stellen sehr flach sein. Letztes Jahr hatten wir uns nach der Lektüre des Segelführers spontan dagegen entschieden diesen Weg zu wählen. "Viel zu riskant!". Doch jetzt, für erfahrene SeebärInen sollte das kein Problem sein. Aber wieder einmal durchkreuzen das Wetter und eine heftige Grippe, die Wolfgang vermutlich von unserem Besuch erwischt hat (Hene's Kommentar: "Unsere Viren machen jetzt Urlaub auf der Genesis"), unsere Pläne. Wir bleiben also hier in Point a Pitre bis die Grippe überstanden und das Wetter besser wird.

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Neu: berichte als pdf mit bildern!!
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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