| 34 Januar 2008 | |
Wie sehr unterscheidet sich doch der 1. Januar 2007 von dem 2008. Unser Dinghy löst sich auf, d.h. alle Befestigungsteile wie Schleppösen, Tragegriffe und Halterung für die Sitzbank reißen und somit wird das Teil langsam aber sicher unbrauchbar. Wolfgang unternimmt erneut den Versuch mit dem Hersteller eine vernünftige Regelung zu finden. Mit ein paar gut formulierten e-mails baut er den notwendigen Druck auf - ihr wisst schon, wolfgangmäßig - und Plastimo ersetzt alle Teile kostenlos und übernimmt die Montagekosten in Marin. Ein paar Wartungsarbeiten sind auch fällig. Wolfgang überprüft und fettet die Ruderanlange, dazu muss er sich in seinen Lieblingsarbeitsplatz, die Heck-Backskiste, zwängen. Danach sieht er immer besonders schmuddelig aus und hat jede Menge Kratzer und Schrammen. Trotz des kleineren Bauches ist er einfach noch zu groß für die Kiste. Mit der immer größer werdenden Zahl an bekannten Schiffen und unseren unterschiedlichen reiseRouten - Hans und Gabi von der September sind unterwegs nach Panama, Herwig und Veronika segeln über Kolumbien und Mexiko nach Kuba - wird das KW-Funkgerät immer wichtiger für uns. Bisher haben wir es nur zum Wetterbericht hören benutzt. Mit Hilfe der deutschen Hugo-Funkrunde versuchen wir nun auch zu senden. Manchmal sind wir zu hören, meistens aber nur schwach, dann wieder gar nicht. Das Gerät schaltet automatisch aus, wenn wir senden oder mit Hilfe des Antennentuners die Frequenz abstimmen. Alles aber ziemlich chaotisch und nicht rekonstruierbar. Ein Fachmann in Marin findet einen Fehler. Wir haben Wasser im Antennenkabel. Tatsächlich tropft aus dem abgeschnittenen und ausgebauten Kabel Wasser, wie aus einem undichten Wasserschlauch. Leider haben wir das Problem, trotz ausgewechseltem Kabel und Stecker sporadisch immer wieder. Schade, gerade hat es angefangen Spaß zu machen auf diese Art mit der Außenwelt zu kommunizieren. Wir werden an dem Problem dranbleiben! Die Tage vergehen. wir feiern, arbeiten, lesen und machen Ausflüge. Den 11. und 12. Januar verbringen wir mit einer Inselrundfahrt im gemieteten Wagen und einer Shoppingtour in Fort de France, der Hauptstadt von Martinique. Ich bekomme endlich meinen Kräutergarten bestehend aus einem Petersilie- und einem Basilikumtöpfchen und richtige Weingläser; Wolfgang baut ein geniales Gläserregal Marke 100% bruchsicher und plant Bücherregale; der "Schutzen Gel" den mir meine Tante mit auf die Reise gegeben hat bekommt einen schönen blauen Rahmen und einen Platz im Salon, von wo aus er uns beschützen kann; unsere Lieblingsmarionette wird aufgehängt und die wunderschöne Spieluhr die Hene uns geschenkt hat wird aufgestellt. Obwohl es uns weiterzieht, stellen wir fest, dass es auch Vorteile mit sich bringt so lange an einem Ort zu bleiben. Wir betrachten die Genesis mehr als Wohnraum, denn als Transportmittel und daraus resultiert der Wunsch, sie noch gemütlicher zu machen. Jetzt wo sich so schick dekoriert ist, hat sie auch einen Großputz verdient. Ich nutze die Zeit um ungestört zu werkeln, während Wolfgang auf der Ketch von Hans und Sabine ein 220V-Netz installiert, was uns ein Hummer-Essen auf der Black Pearl und ein Steak-Essen mit Rockkonzert im Quai 13 einbringt. -> das könnte man(n) ausbauen um die Reisekasse zu entlasten ;-) Das Wetter zeigt sich heuer (= österreichisch und bedeutet "dieses Jahr") im Januar nicht besonders freundlich. Es ist wechselhaft, regnerisch und oft kühl -> ihr würdet sagen: "Winter eben". Ich bin es nicht gewohnt, lange Hosen und Langarmshirts zu tragen. Am 26.01. machen wir uns dann endlich auf den Weg über St. Pierre/Martinique, Porthmouth/Dominica, wo wir Jan vom TO-Stützpunkt kurz besuchen, in die Saintes, wo unser Drang nach Norden zu kommen wieder einmal wettermäßig gestoppt wird. Immer noch befinden wir uns in bekannten Gefilden und für mich fühlt es sich irgendwie an, als wenn die Reise nach unserem Deutschlandaufenthalt noch nicht wirklich wieder begonnen hat. Es zieht mich zu neuen Ufern, nach Antigua, Barbuda, zu den Jungferninseln. Aber auch ich muss mich in Geduld üben, denn die Wetterhexe bestimmt wann's weitergeht. Muss wohl mal ein Wörtchen mit der Kollegin reden ;-)) |
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