15 Gran Canaria/ Teneriffa 08.11.-6.12.06

   

Nach einem weiterem 3-tägigen Aufenthalt in der Marina Rubicon (wir wären eigentlich gerne in der Bucht geblieben, aber der Wind ;-)) geht's endlich weiter nach Las Palmas auf Gran Canaria und am Tag darauf nach Santa Cruz auf Teneriffa, wo wir den in Playa Blanca bestellten Spibaum abholen wollen. Wir werden diesen so genannten Spinnakerbaum zum Ausbaumen unseres Vorsegels benutzen, damit wir auf unserem Vorwindkurs über den Atlantik, auch bei wenig Wind eine optimale Segelfläche haben. Hier zwei Bilder, eines mit Spibaum, eines ohne Spibaum, damit sich auch die Nichtsegler unter euch vorstellen können, wie das in etwa funktioniert.

Auf dem Weg von Las Palmas nach Santa Cruz fängt Wolfgang einen Gelbflossenthunfisch von ca. einem Meter Länge. Traum aller Yachties und ein sehr leckerer Fisch. Es ist ein schönes Stück Arbeit, bis der Fisch küchenfertig luftdicht in einer Plastiktüte im Kühlschrank verstaut und das Blutbad beseitigt ist. Eigentlich ist er viel zu schön um getötet zu werden, aber es gibt zwei leckere Menüs. Die "der alte Mann und der Thun" Geschichte und die Rezepte gibt's demnächst im "Extrablatt" zum runterladen.

In Santa Cruz ist die Lage der Marina (5 Minuten zum Stadtzentrum) schöner als die Marina selbst. Dafür sind die Versorgungsmöglichkeiten super und auch die Sache mit dem Spibaum klappt ganz hervorragend. Natürlich alles ein bisschen anders als geplant. Ihr wisst schon: "eigentlich... aber..." So haben wir am Ende einen Hightec-Teleskop-Spibaum und einige Euro mehr ausgegeben, dafür aber garantiert eine super funktionierende Ausrüstung um den Vorwindkurs auf der langen Reise über den Atlantik gut zu bewältigen.

Bevor wir nach Gomera weitersegeln, verbringen wir noch ein paar nette Stunden bei Benno und Annemarie, einem Mainzer Ehepaar (beide 68), die uns von ihrer ersten Weltumsegelung vor 20 Jahren und ihren Erlebnissen vorschwärmen. Jetzt wollen sie es noch mal wagen und sind auf der- selben Route unterwegs wie wir - mal sehen, ob sich unsere Wege noch mal kreuzen!

   
   

16 Teneriffa/Gomera 07.12.-13.12.06

 
Am 7.12. legen wir in Santa Cruz ab und peilen Los Christianos, an der Südwestküste Teneriffas an. Zunächst bei moderaten 3 - 4 Windstärken - Vorwindkurs, mit ausgebaumter Genua. "Johan", unsere Windselbststeueranlage funktioniert prächtig, die Genua steht wie eine Eins. Trotz hoher Welle von schräg hinten - Segelspass pur. Eigentlich hätte es ein schöner Segeltag werden könne, aber dann wird es doch ziemlich stressig. Der Wind frischt auf. Die Qelle wird immer höher. Durch die Düse zwischen Teneriffa, Gran Canaria und Gomera bläst der wind aus Nordost/Ost und die Strömung läuft Südwest/West dagegen. Innerhalb kurzer zeit wird aus dem schönen Segeltag ein Sturmtag. mit 35 - 40 knoten (8 Windstärken) treibt uns der wind vor sich her. Die Genua ist schon stark verkleinert, wir machen immer noch zwischen 7 und 10 Knoten Fahrt, je nach Welle. In den Spitzen messen wir 45 Knoten (9 Windstärken) Wind und die Wellen werden immer beeindruckender. Zwei mal werden wir ordentlich nass, als zwei gewaltige Wellen ins Cockpit einsteigen.
Wir sind sowohl von den Naturgewalten als auch von den hervorragenden Segeleigenschaften unserer GENESIS stark beeindruckt und in unseren Schwimmwesten und mit Lifebelt am Schiff gesichert fühlen wir uns zu keiner zeit gefährdet. Trotzdem sind wir froh, als nach 7 Stunden, bei traumhaftem Sonnenuntergang, der Anker in der geschützten Bucht von Los Christianos fällt. Wir verschlingen eine Riesenportion "Nudelpfanne a la GENESIS " und fallen erschöpft in die Kojen.

Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf den Weg. Der Wetterbericht sagt für abends viiiiel Wind voraus und ein Sturmtag reicht fürs erste. Nach 2 Seemeilen unter Motor, nehmen wir Kurs auf eines der Walbeobachtungsboote, das sich schon seit längerer Zeit an der gleichen Position aufhalten. Wir haben Glück. Mehrere Finnwale ziehen gemächlich ihres Weges und wir können aus nächster Nähe beobachten. Auch das sind Naturschauspiele!

Wir motoren die ganze Strecke nach San Sebastian. 4 Seemeilen vor dem ziel gibt's dann endlich Wind, ziemlich viel wind sogar, aber mal wieder aus der falschen Richtung, so dass wir keine Segel setzten und auch den Rest des Weges unter Maschine zurücklegen. Im Hafen ignoriere ich den Marinero erfolgreich, der mich bei Fallböen von 20 - 25 Knoten in die hinteren Boxengassen locken will und lege die GENESIS mit Bug voraus an einen Steg in der ersten Reihe - so sind wir gut vor den Fallböen geschützt. Es bläst auch die nächsten Tage ganz ordentlich und die Marina hat Sturmwarnung für das Gebiet um Gomera angesagt.
Wir haben eh noch ganz viel zu erledigen und einzukaufen vor der großen Fahrt und ich muss zum Zahnarzt - ein Backenzahn hat seine Plombe verloren, außerdem wollen wir dem Vale Gran Rey einen Besuch abstatten, wo wir vor ca. 16 Jahren zur gleichen Jahreszeit einen tollen Urlaub verbracht haben. So arrangieren wir uns mal wieder mit dem Wetter aber EIGENTLICH wollen wir am Mittwoch, den 13.12.2006 endgültig zur Atlantiküberquerung aufbrechen ...
 
 
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