12 Lanzarote 03.11. - 6.11.06 |
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gegen 12 uhr verlassen wir den hafen von casablanca. wir motoren. der atlantik ist ruhig und wir gehen unsere übliche wache. zum sonnenuntergang sind wir beide wach und an deck. wolfgang sieht plötzlich vor uns delfine. im nuh sind wir von einem riesen schwarm umgeben. sie jagen, tollen um unser schiff herum und begleiten uns eine stunde lang. wir sind hin und weg und wissen beide, dies sind die momente, die alle strapazen vergessen machen. die nächsten tage gehen ruhig dahin. essen, schlafen, wache halten - wir erleben bei spiegelglatter see eine nebelnacht, die sehr gespenstisch und ziemlich feucht ist. schön, dass wir unser AIS-gerät haben, das uns vor großen schiffen warnt. wir nutzen die ruhige see und füllen unseren tank mit diesel. wie es aussieht müssen wir weiter motoren. am sonntag kommt endlich die sonne wieder raus und wir probieren unsere outdoor-dusche aus. in einen schwarzen plastiksack wird wasser gefüllt, der so lange in die sonne gelegt wird, bis das wasser warm ist. dann wird der sack aufgeängt und die super-outdoor-dusche kann beginnen. nach 76 stunden auf see ist duschen das geilste was man sich vorstellen kann. abends frischt endlich der wind auf. wir setzten segel und nach kurzer zeit haben wir einen schönen 4-er nordost mit einer ziemlich blöden welle. wir können segeln, aber an schlafen ist nicht zu denken - na was jetzt, segeln oder schlafen?? nach genau 5 wochen fällt am montag, den 6.11.2006 um 16:00 Uhr der anker im vorhafen von areccife / lanzarote. wir haben es geschafft. überglücklich und todmüde nehmen wir einen ankertrunk. um 16:30 uhr legen wir uns in die kojen und werden erst nach 15 stunden wieder wach!! |
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13 lanzarote 07.11. - 13.11.06 |
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| Am nächsten Morgen machen wir uns auf Richtung Playa Blanca im Süden von Lanzarote.
Es soll dort eine hübsche neue Marina geben und wir haben unsere Ersatzteile aus Elba und ein
Päckchen von meiner Schwester dahin schicken lassen. Dieter aus Lörrach wollen wir hier auch wieder
treffen. In 5 Stunden sind wir nur unter Genua mit ca. 6 kn Fahrt am Ziel. Die Marina ist wirklich
der Hit. Alles vom Feinsten und die Preise sind auch in Ordnung. Wir wollen für zwei Tage hier
bleiben, und dann in der nahe gelegenen Bucht auf unsere Post warten. Dieter ist schon 1 woche hier
und macht uns wenig Hoffung. Auch er wartet seit über 10 Tagen auf ein Paket. Na ja, im Warten sind
wir ja jetzt Weltmeister, das schreckt uns nicht mehr. Auch das Wetter spielt mal wieder nicht mit. Die Bucht, in die wir am Donnerstag verlegen wollen, ist natürlich nur bei Nordwind geschützt. Pünktlich zum Freitag ist aber Süd-Ost-Wind angesagt und seit gestern bläst ein heftiger Ost-Südost - in den Böen bis 9 bft. und überzieht die ganze Insel mit Wüstensand aus Afrika. Unsere GENESIS, kaum gereinigt vom Ruß des Industriehafens von Casablanca, ist nun von einer feinen rötlichen Sandschicht überzogen. Wir genießen die Tage hier trotzdem und knüpfen wichtige Kontakte um unsere Ausrüstung für die Atlantiküberquerung zu vervollständigen. Gestern haben wir ein zweites Bordfahrrad gekauft, damit wir zukünftig gemeinsam die Gegend erforschen können und heute Morgen haben wir Kontakt zu jemand aufgenommen, der uns eventuell einen Spibaum verkauft. |
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14 lanzarote 14.11. - 27.11.06 |
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| Unsere Post kommt am 14.11. an. Sowohl die aus Elba erwarteten Ersatzteile, als auch
die Bilder von zu Hause. Es ist schön, Nachrichten aus der Heimat zu erhalten und Bilder von der
Geburtstagsfeier meiner Mutter anzuschauen, ist fast ein bisschen wie dabei gewesen zu sein. Und dann wird weiter optimiert. Die Windsteueranlage bekommt neue Windfahnen. Die alten habe ich "unbrauchbar lackiert", soll heißen mit zuviel Lack versehen. Sie sind jetzt zu schwer und reagieren nicht mehr sensibel genug. dafür sind sie aber schön blau. In einem Krustel-Laden in Playa Blanca finden wir geniale Wäschekörbe. Ganz leicht, zusammenfaltbar, genau in der richtige Größe und sehr günstig. Die Bücherkiste die in der hintersten ecke der Backbordheckkabine steht wird leer geräumt und die Bücher in den Lehnen der Sitzbänke im Salon verstaut, wo wir besser dran kommen. Segel werden kontrolliert, neu verpackt und in der Vorpiek verstaut. Die Türen der Küchenschränke erhalten Lüftungsschlitze, damit die Frischluftzufuhr die Schimmelbildung in den Schränken verhindert, usw., usw., usw. Endlich erlaubt uns das Wetter in die Bucht zu gehen. Ein toller Ankerplatz eigentlich, wenn nicht gerade das Schiff quer zur Welle liegt und schon bei der kleinsten welle ziemlich ruppig rollt (sich von rechts nach links neigt und wieder zurück). Im Schiff fliegt dann alles von rechts nach links und klappert und man muss sich die dollsten Techniken überlegen um einigermaßen gut liegen und so auch schlafen zu können. Das bringt mich zu einem ganz anderen Thema, dass ich schon lange einmal ansprechen wollte. Das von uns Seglern am häufigsten gebrauchte Wort ist "eigentlich" und es bedarf großer Erfindungsgabe damit beim schreiben der Berichte das Wort nicht zu häufig Anwendung findet. Wir verbringen trotz alledem eine schöne Woche in der Bucht von Papagayos, fahren mit dem Dinghy Beiboot) zum Strand, erklimmen die Klippen, gehen vom Schiff aus schnorcheln und schwimmen, werden zum Kaffee auf einer Nachbaryacht eingeladen und erhalten mehr oder weniger brauchbare Tipps von einem französischen Ehepaar, das seit 18 Jahren mit ihren beiden Kindern segelnd durch die Welt zieht. |
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